Weltfrauentag: In Essen sind Wissenschaftlerinnen weiter auf dem Vormarsch

Auf höheren Karrierestufen sind Frauen in der Medizin noch immer in der Minderheit. Und dies, obwohl zwei Drittel der Medizinstudierenden in Deutschland weiblich sind. Während noch knapp über die Hälfte von ihnen promovieren, haben 2019 nur etwa 30 Prozent habilitiert; und der Anteil der Frauen mit Professur lag bei nicht einmal einem Viertel. In Essen wird daher ein besonderer Fokus auf die Förderung von Wissenschaftlerinnen gelegt. Und 2020 wurden wichtige Meilensteine erreicht.
„Die Förderungen von Frauen in der Wissenschaft ist uns an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein besonderes Anliegen. Denn wir können und wollen die klugen Köpfe forschender Frauen nicht verlieren“, erklärt Prof.‘in Dr. Stefanie Flohé, Gleichstellungsbeauftragte. Hier ist Essen im zurückliegenden Jahr erneut besser geworden. Und dies an herausragenden Positionen:

Im Frühjahr 2020 erfolgte die Einrichtung von 2 neuen DFG-geförderten Sonderforschungsbereichen (SFB) und einem neuen Graduiertenkolleg (GRK) an der Medizinischen Fakultät. Schon an sich ein großer Erfolg. Hinzu kommt: Alle 3 Exzellenzprogramme werden von renommierten Wissenschaftlerinnen geleitet:

Das interdisziplinäre Team des SFB/TRR 289 „Treatment Expectation“ untersucht den Einfluss der Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen. Sprecherin des gemeinsamen Forschungsverbundes mit den Universitäten Hamburg und Marburg ist Prof. Dr. Ulrike Bingel, Klinische Neurowissenschaften.

Sprecherin des SFB/TRR 296 „Local Control of Thyroid Hormone Action (LOCOTACT)“ mit der Universität zu Lübeck und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist Prof. Dr. Dr. Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Im Fokus steht die lokale Kontrolle der Wirkung von Schilddrüsenhormonen.

Neben den Sonderforschungsbereichen förderte die DFG auch die Einrichtung des GRK 2535 „Wissens- und datenbasierte Personalisierung von Medizin am Point of Care“ für herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Sprecherin: Prof. Dr. Britta Böckmann, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE). Seit der Ernennung von Prof.‘in Böckmann werden alle aktuell geförderten Graduiertenkollegs von Frauen geleitet.

Seit 2012 ist Prof.‘in Dr. Verena Jendrossek, Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Sprecherin des GRK 1739 „Molekulare Determinanten der zellulären Strahlenantwort und ihre Bedeutung für die Modulation der Strahlensensitivität“; 2016 wurde die 2. Förderperiode genehmigt. Das 2014 eingerichtete GRK 1949 „Immune Response in Infectious Diseases – Regulation between Innate and Adaptive Immunity“ erhielt 2018 ebenfalls bereits seine 2. Förderung durch die DFG. Sprecherin ist Prof.‘in Dr. Astrid Westendorf, Institut für Medizinische Mikrobiologie.

Seit Januar 2017 leitet Dr. Barbara Grüner die Juniorgruppe „Molekulare Tumorpathologie“ im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) angebunden an das Universitätsklinikum Essen. In demselben Jahr wurde sie in das renommierte Emmy Noether-Programm der DFG aufgenommen, mit dem promovierte Forscherinnen und Forschern durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe die Befähigung zur Hochschullehrerin bzw. zum Hochschullehrer erwerben.

„In einem der wichtigsten Gremien der Fakultät sind Frauen ab sofort in der Mehrheit: Die Fakultätskommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs setzt sich erstmals aus 10 Wissenschaftlerinnen und 4 Wissenschaftlern zusammen“, betont Prof.‘in Dr. Anke Hinney, Prodekanin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Diversität. Hier werden die entscheidenden Weichenstellungen in Bezug auf die Forschungsstrategie der Fakultät diskutiert. Auch der Promotionsausschuss der Fakultät hat eine neue Gewichtung und setzt sich jetzt zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern zusammen.

Und auch an einer weiteren Stelle setzt man in Essen auf weibliches Führungspersonal: Im September gab es einen Leitungswechsel im SkillsLab: neue Leiterin ist Dr. Cynthia Szalai, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Darüber hinaus gab es vergangenes Jahr an der Essener Medizinischen Fakultät 32 Habilitationen, so viele wie nie zuvor. Und zum 1. Mal wurden ebenso viele Frauen wie Männer habilitiert. Auch bei den apl.-Verfahren (-> außerplanmäßige Professuren) wurde ein neuer Höchstwert erreicht: mit 7 von 21 sind bereits ein Drittel davon Wissenschaftlerinnen. Ebenso sieht es bei den Berufungen aus: von den 15 Neuberufungen in 2020 sind 5 mit Frauen besetzt.

„Insgesamt wichtige Schritte in die richtige Richtung, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Deshalb fördern wir weiter unsere großartigen Wissenschaftlerinnen und stellen ihnen Programme für die unterschiedlichen Karrierestufen zur Verfügung“, sagt Prof.‘in Flohé.

Die strategische Ausrichtung hierfür wird in dem im Oktober 2016 gegründeten Prodekanat für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Diversität entwickelt, welches die Programme verantwortet. Essen hat damit auch im Bereich der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eine Vorreiterrolle eingenommen und setzt damit auch einen klaren Fokus auf die Förderung der wissenschaftlichen Karriere an der Medizinischen Fakultät.

Weitere Informationen: http://www.uni-due.de/med/interne_foedermoeglichkeiten_postdocs.php

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