Viruserkrankungen nach Lebertransplantation: Was sind die Risikofaktoren für eine Cytomegalievirus-Infektion?

Nach einer Lebertransplantation erhalten die Organempfänger Immunsuppressiva, um eine Abstoßung des fremden Organs durch das körpereigene Immunsystem zu verhindern. Dadurch sind die Patientinnen und Patienten jedoch anfälliger für Infektionen.
Eine der häufigsten infektiösen Komplikationen verursacht das humane Cytomegalievirus (CMV). Die so ausgelöste CMV-Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen: Von einer eher leichten fiebrigen Erkrankung bis hin zur Leber- oder Darmentzündung und letztlich auch zur Abstoßung des Spenderorgans. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hat nun genauer untersucht, welche Risikofaktoren eine Rolle für eine CMV-Infektion spielen. Sie werteten klinische Daten von 833 Organ-Empfängern und Spendern aus.

„Insgesamt trat bei fast einem Viertel der Betroffenen eine CMV-Infektion auf – überwiegend im ersten Jahr nach der Transplantation“; fasst Dr. Jassin Rashidi-Alavijeh von der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen zusammen.
Das Essener Forschungsteam konnte in seiner Studie zeigen, dass es besonders risikoreich ist, die Leber eines CMV-positiven Spenders auf einen CMV-negativen Empfänger zu übertragen. Aber auch Personen, die vor Lebertransplantation an einer sogenannten primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) vorerkrankt waren, einer chronischen Entzündung der Gallenwege, sind einem deutlich höheren Risiko für eine CMV-Infektion ausgesetzt.
„Deshalb sollten Menschen mit Hochrisiko-Serostatus, einer PSC als Grunderkrankung, oder sogar mit beiden Risikofaktoren, gründlicher überwacht werden und eine verlängerte Prophylaxe gegen CMV-Infektionen erhalten“, schlussfolgert Studienleiterin Prof. Dr. Kerstin Herzer.

Link zur Originalveröffentlichung:Primary Sclerosing Cholangitis as an Independent Risk Factor for Cytomegalovirus Infection after Liver Transplant

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