Simulationspatienten im Medizinstudium: Studie zum Einsatz von Schauspielern in der Lehre

Simulationspatienten sind wichtiger Bestandteil im Medizinstudium. Durch diese gut ausgebildeten (Amateur-)Schauspieler werden Untersuchungssituationen optimal nachgebildet und reproduzierbar. Außerdem geben sie den Studierenden qualifiziertes Feedback. Ein Team von Wissenschaftlern, darunter Angelika Fritz, Ärztliche Leiterin des Simulationspatientenprogramms an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, hat nun untersucht, welche einheitlichen Standards bei ihrem Einsatz sinnvoll sind.

Es wurden 48 Medizinische Fakultäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Alle antwortenden Fakultäten verfügen mindestens über ein Simulationspatienten-Programm und setzen sie in der Lehre und in Prüfungen ein. Im Schnitt werden an jeder Medizinischen Fakultät 1300 Einsatzstunden pro Jahr geleistet. Diese Art der Lehre gehört zu den fest etablierten Bestandteilen innerhalb des Medizinstudiums.

Der Vorteil von Schauspielpatienten liegt den Autoren zufolge darin, dass die unterschiedlichsten Erkrankungen für die Lehre fest planbar sind. Bestimmte Persönlichkeiten oder Erkrankungen können wiederholt simuliert werden. Auch die „Schwere“ der Darstellung kann an den gewünschten Grad der Herausforderung bzw. die Lernziele anpasst werden.

„Es existiert eine große gelebte Vielfalt bei den SP-Programmen im deutschsprachigen Raum“, so das Autorenteam aus Essen, Dresden, Hannover, Köln und Bochum. „Vor allem in Prüfungen ist jedoch eine gewisse Standardisierung und eine methodisch hohe Qualität von großer Bedeutung.“ Daran müsse in der Zukunft verstärkt gemeinsam gearbeitet werden.

Deshalb hat der Ausschuss für Simulationspersonen der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung nun Standards und Entwicklungsperspektiven in einem Positionspapier zusammengestellt. So müssen die Rollenskripte für die Schauspielpatienten z.B. klare und messbare Lernziele für die Studierenden enthalten und die jeweiligen fachlichen Inhalte durch ärztliche Expertinnen oder Experten autorisiert sein. Regelmäßige Rollen- und Feedbacktrainings werden gefordert und Regeln zur sicheren Arbeitspraxis und zum Datenschutz aufgestellt. „Auch eine Reflexion der Trainingsprozesse halten wir für wertvoll“, so Angelika Fritz. „Seit kurzem bieten wir das auch an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen an, indem wir die Trainings filmen und den Schauspielpatienten so die Möglichkeit geben, sich selbst in der Rolle zu erleben. Das unterstützt den Lernfortschritt ungemein.“

Links zu den Originalpublikationen:

Simulationspatienten in der Medizinischen Ausbildung – Eine Umfrage zum IST-Stand in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Mindeststandards und Entwicklungsperspektiven beim Einsatz von Simulationspatientinnen und Simulationspatienten – Positionspapier des Ausschusses für Simulationspersonen der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung

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