Neue Graduiertenkollegs: Personalisierte Medizin und künstliches Sehen

Schöner Erfolg für die UDE: Sie ist an zwei der elf neuen Graduiertenkollegs beteiligt, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft soeben bewilligt hat. Inhaltlich geht es um optimiertes künstliches Sehen sowie um die wissens- und datenbasierte Personalisierung von Medizin. Bei letzterem ist die UDE Sprecherhochschule.

Graduiertenkollegs sind spezielle Forschungsprogramme für herausragende Doktorand*innen, die meist interdisziplinär und hochschulübergreifend angelegt sind. Am Thema Wissens- und datenbasierte Personalisierung von Medizin am Point of Care arbeiten UDE und die FH Dortmund gemeinsam. Sprecherin ist UDE-Professorin Dr. Britta Böckmann, Expertin für medizinische Informatik. Mit dabei ist außerdem das UDE-Fachgebiet für Informations- und Kognitionswissenschaften.

Und darum geht es: Durch die zunehmende Digitalisierung in der Medizin sind immer mehr Patientendaten an verschiedenen Orten verfügbar, sei es in elektronischen Krankenakten oder durch Laboranalysen. Doch wie bringt man diese Informationen so zusammen, dass sich daraus konkrete Handlungsoptionen für die behandelnden Ärzte ableiten lassen? Im GRK soll diese Entwicklung vorangetrieben werden; klinische Datenbestände sollen mit Methoden der Künstlichen Intelligenz aufbereitet werden. Als Anwendungsbeispiel dienen Hautkrebs-Fälle.

Einem medizinischen Thema widmet sich auch das GRK Innovative Schnittstellen zur Retina für optimiertes künstliches Sehen – InnoRetVision. Es wird von der RWTH Aachen geleitet. Partner ist der UDE-Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente und Schaltungen.

Ausgangslage ist diese: Bislang können Blinde oder Menschen mit geringer Sehfähigkeit dank Netzhaut-Implantaten einfache Sehfunktionen zurückerlangen. Oft bleibt der Erfolg aber hinter den Erwartungen zurück, weil die Technologien nicht hinreichend erforscht und die biologischen Grundlagen der Erkrankungen nicht genügend untersucht sind. Das GRK will deshalb die Mechanismen der Netzhautdegenerationen genauer analysieren. Zugleich will es neuartige elektronische Schaltungen und Nadelelektroden für Implantate entwickeln. Damit soll das künstliche Sehen erheblich verbessert werden.

Im Bild:
Modell eines aufgeschnittenen Auges mit flexibler Sehprothese, die in der Form einer Blüte auf der Netzhaut implantiert ist. Die einzelnen Blütenblätter enthalten die in Folie eingebetteten Mikrochips mit Nanonadel-Elektroden zur Stimulation der Netzhaut.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Britta Böckmann, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, britta.boeckmann[at]uk-essen.de
Prof. Dr. Rainer Kokozinski, Elektronische Bauelemente und Schaltungen, rainer.kokozinski@uni-due.de
Prof. Dr. Karsten Seidel, Elektronische Bauelemente und Schaltungen, karsten.seidl@uni-due.de

 

Universität Duisburg-Essen
von Ulrike Bohnsack | 08.07.2020