Kurze Maschinenperfusion von Spendernieren unter Sauerstoffzugabe erzielt keine klinische Verbesserung nach Transplantation

Es herrscht großer Mangel an Spenderorganen. Umso wichtiger ist es, die zur Verfügung stehenden Organe vor der Transplantation so zu konservieren, dass sie möglichst schnell und möglichst gut ihre Funktion bei den Organempfangenden übernehmen und behalten.
„Entscheidend für ein gut funktionierendes Transplantat ist eine optimale Organkonservierung und die Vermeidung von Ischämie-Reperfusionsschäden, also Schädigungen des Organs bei der erstmaligen Durchblutung im neuen Körper. Der wichtigste Faktor ist hierbei Kälte“, erklärt Prof. Dr. Andreas Paul, und Leiter der Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Essen. Das Standardverfahren der Konservierung von Spendernieren in Deutschland ist derzeit die Lagerung in kalter Konservierungslösung. Eine weitere bisher bewährte Methode ist die sog. hypotherme Maschinenperfusion (HMP), welche weltweit zunehmend eingesetzt wird.

Gibt es weitere Einflüsse, mit denen die Erfolgsaussichten der Transplantation verbessert werden können? Das Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Abteilung für Allgemein-, Viszeral, und Transplantationschirurgie der Universitätsklinik Essen hat untersucht, ob eine zusätzliche Gabe von Sauerstoff während der hypothermen Maschinenperfusion hilfreich ist, wenn Nieren von vorerkrankten, älteren Spendern transplantiert werden. Die Ergebnisse wurden nun im Fachjournal „JAMA Surgery“ veröffentlicht.
Sie haben in einer multizentrischen, europaweiten prospektiven Studie den Erfolg von mehr als 300 Nierentransplantationen bei Personen zwischen 50 und 84 Jahren analysiert. „Die hypotherme Maschinenperfusion unter Sauerstoffzugabe während der Organkonservierung unmittelbar vor Implantation des Organes hat das 1-Jahres-Überleben der Spendernieren nicht verbessert. Die Graft-Überlebensraten waren so gut, dass wir eine extrem hohe Zahl an Nieren in die Studie hätten einschliessen müssen, um einen klinischen Effekt zu sehen “, sagt Nachwuchswissenschaftlerin Priv.-Doz. Dr. Peri Husen, die derzeit als Transplantationschirurgin an der renommierten US-amerikanischen Mayo-Clinic tätgig ist, und in Kürze das Essener Transplantationsteam verstärken wird.
Die Autoren betonen, dass die Maschinenperfusion in der klinischen Praxis einen wichtigen Stellenwert hat, und in den USA und in vielen europäischen Nachbarländern die Standardmethode der Organkonservierung ist.

Link zur Originalveröffentlichung:

Oxygenated End-Hypothermic Machine Perfusion in Expanded Criteria Donor Kidney Transplant- A Randomized Clinical Trial

Hier klicken um den ganzen Artikel zu lesen.

Dieser Artikel wurde automatisch von Uni D/E News geladen.