Genetische Analysen in Palästina: Adipositas bei Kindern

Übergewicht und Adipositas sind ein weltweites Problem, das auch Entwicklungsländer betrifft. In Palästina sind sogar überdurchschnittlich viele Kinder und Erwachsene adipös. Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen wollen sich nun genauer die Ursachen ansehen. In dem Projekt kooperieren sie mit Kollegen der An-Najah National University, Nablus, in den palästinensischen Autonomiegebieten.

In Palästina liegen Adipositasraten bei Erwachsenen bei etwa 13 Prozent und bei Kindern, ersten Untersuchungen zufolge, sogar bei 15 Prozent. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium sind chronische Krankheiten, die mit Adipositas in Verbindung gebracht werden, die häufigsten Todesursachen.

Genetische Varianten tragen maßgeblich zur Adipositas bei. „Bekannt ist, dass Adipositas sich aus dem Zusammenspiel von vererbten und Umweltfaktoren ergibt“, so Dr. Anke Hinney, Professorin für Molekulargenetik. „Auf genetischer Ebene zeigt sich, dass Varianten eines bestimmten Rezeptors, des Melanocortin-4-Rezeptors (MC4R) häufig an der Entstehung von Adipositas beteiligt sind. Wir wollen nun analysieren, ob das auch bei palästinensischen Schulkindern der Fall ist und welche genetischen Veränderungen sie genau in ihrem MCR4-Rezeptorgen tragen.“

Im Projekt werden eine Datenbank und eine Biobank aufgebaut. Sie wird DNA von ca. 500 palästinensischen Schulkindern enthalten. Diese Daten werden dann weiterführenden Studien als Grundlage dienen.

Das Team um Prof. Hinney möchte schließlich mit den Kollegen vor Ort und dem palästinenischen Gesundheits- und Bildungsministerium präventive Maßnahmen entwickeln.

Das Forschungsprojekt wird vom BMBF mit 33.000 Euro für die nächsten zwei Jahre gefördert.

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