Essener Virologie gewinnt AiCuris-Wettbewerb: Gemeinsame Entwicklung neuer Anti-Viren-Medikamente

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben ein Verfahren patentieren lassen, mit dem Viren im menschlichen Körper künftig effektiver bekämpft werden können. Die Erfinderinnen und Erfinder arbeiten in der Essener Virologie und gewannen mit ihren Ideen jetzt einen Wettbewerb der renommierten Biotech-Firma AiCuris. Gemeinsam entwickelt man nun neue Medikamente gegen lebensbedrohliche Virusinfektionen.
Dreh- und Angelpunkte der vielversprechenden Infektionstherapie sind sogenannte Interferone (engl. to interfere, dt. sich einmischen), die unser Immunsystem ausschüttet, sobald es Viren oder Bakterien erkennt. Kommt es zu einer viralen Infektion, bringt das menschliche Abwehrsystem Interferon-alpha-Varianten (IFN-?) zum Einsatz. Diese potenten Proteine können verhindern, dass sich Viren vermehren und ausbreiten. Ein Mensch trägt 12 solcher IFN-?-Subtypen in sich. Einer dieser nützlichen „Einmischer-Typen“ wird bereits im Klinikalltag gegen Hepatitis-B-Infektionen eingesetzt. Die übrigen 11 wurden lange Zeit nicht systematisch untersucht. Genau diese Forschungslücke haben die Essener Virologinnen und Virologen schließen können.

Bereits seit 2009 forschen und publizieren Dr. Kathrin Sutter und Prof. Dr. Ulf Dittmer vom Institut für Virologie zu der anti-viralen Wirkung von Interferon-alpha-Subtypen. Im Laufe der Zeit haben sie mit ihrem Team zeigen können, dass nicht alle Subtypen die gleiche Wirkung auf Viren haben. „Man muss den richtigen Subtyp für die Therapie eines bestimmten Virus verwenden. Dank dieser Erkenntnis ergeben sich ganz neue Möglichkeiten zur Behandlung von gefährlichen Viruserkrankungen, einschließlich COVID-19“, sagt Institutsdirektor Dittmer.

Um unterschiedliche Viren künftig gezielter bekämpfen zu können, haben Sutter und Dittmer mit Institutskollege Prof. Dr. Mirko Trilling Interferon-Hybride geschaffen, die aus jeweils zwei Subtypen bestehen. Diese vereinen verschiedene biologische Eigenschaften in einem einzigen „Einmischer“, der Viren dadurch effizient bekämpfen kann.

Mit ihren patentierten Interferon-Hybriden haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den AiCubator-Wettbewerb* der Biotech-Firma AiCuris gewonnen. Der Wuppertaler Anti-Infektiva-Spezialist wird das Erfolg versprechende Programm der Essener unterstützen. Ziel ist die Entwicklung eines wirksamen Medikaments, das am Ende Menschen helfen soll, die an Infektionskrankheiten leiden.

„Nach mehr als 10 Jahren Grundlagenforschung und fast 20 Publikationen erreicht unsere Vision einer besseren Therapie verschiedener Virusinfektionen jetzt die nächste Ebene“, sagt Prof Dittmer. „Wir freuen uns, die kommenden Jahre an der Seite einer Firma arbeiten zu können, die eines der innovativsten Forschungs- und Entwicklungsprogramme zur Infektionstherapie in Deutschland hat.“ AiCuris ist 2018 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet worden.

* Weitere Informationen zum AiCubator-Programm: http://www.aicuris.com/152/Partnering-Licensing/AiCubator.htm

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