Essener Herzforschungsteam veröffentlicht Pilotstudie: Biomarker für Krebs könnte auch Herzerkrankungen anzeigen

Wie sich bösartige Tumorerkrankungen im Körperinneren entwickeln, kann mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar gemacht werden. Die Patient*innen erhalten ein schwach radioaktives Medikament, das sich in Tumoren kurzzeitig anreichert und sie auf diese Weise sichtbar macht. So können Ärzt*innen den Schweregrad und das Fortschreiten einer Krebserkrankung einstufen. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen hat nun in einer Pilotstudie gezeigt, dass die so gewonnenen Bilder auch hilfreich sein können, Herzerkrankungen aufzuspüren.
Die Forschenden der Klinik für Nuklearmedizin und des Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrums Essen haben Aufnahmen von 32 Personen ausgewertet, bei denen die Verteilung des Proteins FAP (kurz für fibroblast activation protein) im PET sichtbar gemacht wurde. Sie konnten neben der Anreicherung im Tumor bei 6 Probanden auch eine Anreicherung im Herzgewebe sehen, dem Myokard. Und tatsächlich ging dies in allen 6 Fällen mit einer eingeschränkten Herzfunktion einher.

„Dass auch Herzerkrankungen mit demselben Marker und derselben Technik sichtbar werden können, liegt daran, dass ein bestimmter Zelltyp, die sogenannten aktivierten Fibroblasten, nicht nur im Tumorgewebe auftritt, sondern auch während der Wundheilung und beim Gewebeumbau“, fasst Prof. Dr. Christoph Rischpler zusammen, Nuklearkardiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Die Wissenschaftler Dr. Johannes Siebermair, Kardiologe am Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum Essen sowie Univ.-Prof. Dr. Christoph Rischpler aus der Klinik für Nuklearmedizin haben bereits erste Erklärungsansätze. Zum einen scheint das Herz bei der koronaren Herzkrankheit viele kleinere Verletzungen aufzuweisen, die aktivierte Fibroblasten benötigen, um zu heilen. Zum anderen neigen erkrankte Herzen durch starkes Gewebewachstum zu einer Art Vernarbung. Auch hier sind Fibroblasten beteiligt. Und nicht zuletzt gibt es auch Veränderungen am Herzen, die als Nebenwirkung bei Krebstherapien auftreten.

„Um das genauer sagen zu können, müssen wir nicht nur Bilder auswerten, sondern zusätzlich Gewebeproben entnehmen und analysieren“, sagt Rischpler. „Außerdem ist die Zahl der Probanden noch recht klein und sehr unterschiedlich, was Alter und Vorerkrankungen angeht. Um klarere und endgültige Aussagen treffen zu können, benötigen wir weitere Studien.“

Link zur Originalveröffentlichung:
Cardiac fibroblast activation detected by Ga-68 FAPI PET imaging as a potential novel biomarker of cardiac injury/remodeling http://www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32975729

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