Coronaviren: Mundspülungen könnten Übertragungsrisiko senken

SARS-CoV-2-Viren lassen sich mit bestimmten handelsüblichen Mundspülungen inaktivieren. Das zeigten vielversprechende Zellkulturexperimente von sechs Universitäten, an denen auch zwei Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt waren: Fachvirologe PD Dr. Adalbert Krawczyk aus der Klinik für Infektiologie und Prof. Dr. Jörg Steinmann aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie. Eine Überprüfung der Laborergebnisse in klinischen Studien steht allerdings noch aus. Die Arbeiten wurden von der Stiftung Universitätsmedizin Essen und über das Horizon-2020-Programm der EU gefördert.
Im Mund- und Rachenraum von COVID-19-Patient*innen werden zum Teil hohe Viruslasten nachgewiesen. Wie lassen sich diese senken und damit gleichzeitig auch das Risiko, Coronaviren zu übertragen?

Acht Mundspülungen im Zellkulturtest

Um das herauszufinden, testete das Forschungsteam acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die in Apotheken oder Drogeriemärkten in Deutschland erhältlich sind. Sie mischten jeweils die Mundspülung mit Viren und einer Belastungssubstanz, die den Effekt des Speichels im Mund nachstellen sollte. Das Gemisch wurde für 30 Sekunden geschüttelt, um den Effekt des Gurgelns zu simulieren. Danach bestimmten die Forschenden die Menge der Viren in den Zellkulturproben (Virustiter), die mit Mundspülungen behandelt worden sind. Abschließend verglichen sie die Ergebnisse mit denen unbehandelter Virusproben.

Alle getesteten Präparate reduzierten den initialen Virustiter. Drei Mundspülungen verringerten ihn so weit, dass nach 30 Sekunden Einwirkung kein Virus mehr nachweisbar war. Ob dieser Effekt sich in der klinischen Praxis bestätigt und wie lange er anhält, muss in weiteren Studien untersucht werden.

Nicht als COVID-19-Therapie geeignet

Die Wissenschaftler*innen betonen, dass Mundspülungen nicht zur COVID-19-Behandlung geeignet sind. Auch kann man sich nicht selbst vor einer Ansteckung schützen. Die getesteten Mundspülungen könnten aber beispielsweise durch vorherigen Gebrauch das Ansteckungsrisiko bei zahnärztlichen Behandlungen reduzieren.

Die Ergebnisse der Studie, die von der Ruhr-Universität Bochum geleitet wurde, sind online im Journal of Infectious Diseases publiziert worden: http://academic.oup.com/jid/advance-article/doi/10.1093/infdis/jiaa471/5878067.

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